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title: 'Der Grünhütl'
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date: '2026-09-21'
description: 'Der Grünhütl steht bei den Koishüttler Lousnachtgeistern für eine weitere überlieferte Geschichte der Hexenverfolgung im Bayerischen Wald. Im Jahr 2015 wurde er zunächst in den Hexentrupp aufgenommen und führt diesen seither an. Die Bezeichnung „Grünhütl“ war im Bayerischen Wald eigentlich ein Name…'
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Die Wilde Jagd 
# Der Grünhütl

Anführer der Hexen

 ![Der Grünhütl](https://www.lousnacht.de/user/media/lousnocht-1258.jpg) 

Der Grünhütl steht bei den Koishüttler Lousnachtgeistern für eine weitere überlieferte Geschichte der Hexenverfolgung im Bayerischen Wald. Im Jahr 2015 wurde er zunächst in den Hexentrupp aufgenommen und führt diesen seither an. Die Bezeichnung „Grünhütl“ war im Bayerischen Wald eigentlich ein Name für den Teufel. Hinter der Gestalt steht jedoch zugleich ein überlieferter Hexenprozess aus dem frühen 18. Jahrhundert.

Im Mittelpunkt steht der erst 20 Jahre alte Bettelbub Andre Manzenreiter aus Kirchdorf. Er wurde 1707 von der Gerichtsbarkeit Bärnstein verhaftet und der Hexerei angeklagt. Ausgangspunkt war zunächst eine ganz andere Tat: Ein Untertan hatte ihn dabei ertappt, wie er in einem Stadel Feuer legte.

Bei seiner Vernehmung gestand Manzenreiter die Tat, erklärte aber, der „böse Feind“, der Grünhütl, habe ihn dazu gebracht. Damit wurde aus der Brandstiftung nach damaliger Auffassung ein Fall von Teufels- und Hexenwerk.

Es folgten weitere Untersuchungen. Man schor Manzenreiter sämtliche Haare vom Körper, um nach vermeintlichen Hexenmerkmalen zu suchen. Auffällige Stellen am Körper wurden entsprechend gedeutet. Um ihn vor weiterem Einfluss des „Feindes“ zu schützen, erhielt er anschließend nur noch geweihte Kleidung.

In seinen Aussagen belastete Manzenreiter zunächst auch seine eigene Familie. Er berichtete von Hexenwesen und vom Wettermachen. Später widerrief er diese Aussagen und gab allein dem Grünhütl die Schuld. Der Teufel selbst habe ihn zu seinen Taten verleitet.

Nach einer Stellungnahme der Universität Ingolstadt fällte das Gericht Bärnstein schließlich das Urteil: Tod durch Verbrennen. Damit wurde aus dem Grünhütl, dem „bösen Feind“ der Prozessakten, Jahrhunderte später eine eigene Gestalt der Koishüttler Lousnacht.

## Der Hexenprozess am Kadernberg

Am 21. Januar 1708 wurde das Todesurteil gegen Andre Manzenreiter vollstreckt. Als Hinrichtungsort war der Kadernberg bei Schönberg bestimmt worden. Der Scharfrichter aus Straubing bereitete dort die Verbrennung vor.

Vor seiner Hinrichtung erhielt Manzenreiter eine besondere Behandlung. Er bekam eine Henkersmahlzeit und ein neues Gewand aus weißem Leinen. Außerdem wurden ihm drei Tage Schonzeit gewährt.

Am Tag der Hinrichtung führte eine Exekutionskommission den Verurteilten zum vorbereiteten Platz am Kadernberg. Zahlreiche neugierige und schaulustige Menschen aus der Umgebung hatten sich dort versammelt, um der Vollstreckung beizuwohnen.

Manzenreiter wurde an die Martersäule gebunden. Ein Geistlicher sprach ein letztes Gebet für den jungen Mann, bevor der Scharfrichter mit seinen Knechten und den anwesenden Gerichtspersonen das Urteil vollstreckte und ihn verbrannte.

Die erhaltene Prozessrechnung belief sich schließlich auf 168 Gulden und 49 Kreuzer - die Kosten eines Verfahrens gegen einen jungen Mann, den seine Zeitgenossen für vom Teufel besessen hielten.

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