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title: 'Die Wecklin'
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date: '2026-09-21'
description: 'Wenn die Glocken die Lousnacht verkünden, macht sich eine der bekanntesten Gestalten auf den Weg ins Tal: die Wecklin, auch Wöcklin genannt. Der Überlieferung nach kommt sie auf glühenden Pantoffeln herab und schließt sich der Wilden Jagd an. Im Rachel- und Lusengebiet haben sich gleich mehrere Sag…'
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Die Wilde Jagd 
# Die Wecklin

Eine ruhelose Gestalt der Wilden Jagd auf glühenden Pantoffeln.

 ![Die Wecklin](https://www.lousnacht.de/user/media/wecklin.jpg) 

Wenn die Glocken die Lousnacht verkünden, macht sich eine der bekanntesten Gestalten auf den Weg ins Tal: die Wecklin, auch Wöcklin genannt. Der Überlieferung nach kommt sie auf glühenden Pantoffeln herab und schließt sich der Wilden Jagd an.

Im Rachel- und Lusengebiet haben sich gleich mehrere Sagen um die Wecklin erhalten. Dabei führen die Geschichten zu zwei unterschiedlichen Frauen. Die eine ist die gefürchtete Schlossherrin von Ramelsberg bei Schönberg, die andere eine habgierige Bäuerin und Krämersfrau aus Oberkreuzberg nahe Spiegelau.

So verschieden die beiden Geschichten sind, ihr Kern ist ähnlich. Beide erzählen von Frauen, deren Hartherzigkeit, Geiz oder Habgier ihnen zu Lebzeiten einen schlechten Ruf einbrachten. Und beide erzählen davon, dass mit dem Tod keineswegs alles vorbei war.

Die Wecklin findet keine Ruhe. Sie kehrt zurück, erscheint den Lebenden und treibt ihr Unwesen, bis schließlich die Geistlichkeit eingreifen muss. Doch selbst ihre Verbannung kann die Geschichten nicht beenden. Die Wecklin bleibt Teil der Sagenwelt rund um Rachel und Lusen.

Und so kehrt sie bis heute in den zwölf Losnächten zurück: auf glühenden Pantoffeln und als eine der ruhelosen Gestalten der Wilden Jagd.

## Die Schlossherrin zu Ramelsberg

Hoch über dem Ohetal lag einst Schloss Ramelsberg, nur einen Steinwurf von Schönberg entfernt. Das Schloss selbst wurde 1830 nach einem Blitzschlag ein Raub der Flammen. Die Geschichten seiner wohl berüchtigtsten Bewohnerin haben dagegen bis heute überlebt.

1712 wurde dort Maria Maximiliana Genofeva Freiin von Drexel geboren. Später heiratete sie Johann Baptist Valentin von Weickel und wurde als Wecklin oder Wöcklin bekannt. Ihr Leben verbrachte sie auf Schloss Ramelsberg - und die Überlieferungen zeichnen kein freundliches Bild von ihr.

Ihr Wesen soll von großer Hartherzigkeit und Geiz geprägt gewesen sein. Untertanen und Dienstboten fürchteten die Schlossherrin. Strenge und harte Strafen gehörten zum Alltag, die Dienstboten wurden wenig oder gar nicht entlohnt und mussten sich mit einfachen Strohlagern und schlechter Kost zufriedengeben. Für Arme und Mittellose soll die Wecklin kaum Mitleid gekannt haben.

Als sie am 4. Juni 1772 starb, war für die Menschen in Schönberg offenbar klar, dass eine solche Frau im Tod keine Ruhe finden würde. Schon bei der Überführung ihres Leichnams sollen sich merkwürdige Dinge ereignet haben. Kreischende Raben setzten sich auf ihren zuvor bleischweren Sarg - und plötzlich soll dieser ganz leicht geworden sein. Für die Menschen war die Erklärung eindeutig: Der Leibhaftige hatte die Gestalt der Raben angenommen und die Wecklin zu sich geholt.

Doch damit endete ihr Spuk nicht. Schließlich soll die Katholische Kirche die Ruhelose in den Rachelsee verbannt haben. Dort sollte sie 99 Jahre bleiben. Die Wecklin hielt sich der Sage nach allerdings nicht daran. Noch heute schlüpft sie während der zwölf Losnächte in ihre glühenden Holzpantoffeln und macht sich auf den Weg zur Wilden Jagd.

## Die Wecklin von Oberkreuzberg

Nicht nur um die Schlossherrin von Ramelsberg rankt sich die Geschichte der Wecklin. Eine weitere Überlieferung führt nach Oberkreuzberg bei Spiegelau. Dort lebte vor etwas mehr als hundert Jahren eine Bäuerin und Krämersfrau, die es mit Maß und Gewicht nicht besonders genau genommen haben soll.

Vor allem beim Abwiegen von Schmalz und Getreide betrog die Krämerin der Geschichte nach ihre Kunden, wo sie nur konnte. Für diese Unaufrichtigkeit und Habgier sollte sie nach ihrem Tod keine Ruhe finden.

Am Vormittag wurde die Wecklin auf dem Friedhof beigesetzt - doch bereits am selben Abend soll sie auf dem Hof ihrer Töchter wieder erschienen sein. Zunächst blickte die tote Mutter durch das Fenster in die Stube, während die beiden beim Abendbrot saßen. Kurz darauf machte sie sich am Schmalzeimer zu schaffen und schaufelte auf dem Dachboden das eingelagerte Getreide. Nacht für Nacht ging der Spuk weiter.

Die herbeigerufene Geistlichkeit konnte zunächst wenig ausrichten. Die Wecklin stellte sich jedem entgegen, der sie vertreiben wollte, und hielt ihren Widersachern deren eigene Schandtaten vor.

Erst einem jungen und mutigen Geistlichen gelang es, ihr etwas entgegenzusetzen. Auch ihn wollte die Wecklin mit einer alten Verfehlung bloßstellen: Einst habe er seiner Mutter einen Kreuzer gestohlen. Doch der junge Mann konnte sich rechtfertigen - er hatte davon einen Griffel und eine Feder zum Schreiben gekauft.

Darauf wusste die Wecklin keine Antwort mehr. Sie musste sich seinem Bann beugen und wurde in die Rachelseewand verbannt. Dort, so erzählt es die Überlieferung, soll sie noch heute hausen.

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