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title: 'Der Woidhausmich'
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date: '2026-09-21'
description: 'Im 17. Jahrhundert war es rund um Grafenau üblich, das Weidevieh während der Sommermonate einem Hüter anzuvertrauen. Die Weiderechte der Bauern reichten weit hinauf in die Wälder, bis nach Waldhäuser und an die Hänge des Lusen. Dort lebten die Viehhüter über längere Zeit gemeinsam mit den Tieren in…'
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Die Wilde Jagd 
# Der Woidhausmich

Der wilde Eisengrein am Lusen.

 ![Der Woidhausmich](https://www.lousnacht.de/user/media/woidhausmich.jpg) 

Im 17. Jahrhundert war es rund um Grafenau üblich, das Weidevieh während der Sommermonate einem Hüter anzuvertrauen. Die Weiderechte der Bauern reichten weit hinauf in die Wälder, bis nach Waldhäuser und an die Hänge des Lusen. Dort lebten die Viehhüter über längere Zeit gemeinsam mit den Tieren in der Abgeschiedenheit des Waldes.

Einer dieser Männer war der Woidhausmich. Schon in den 1630er Jahren machte er sich einen Namen als außergewöhnlich kräftiger und furchtloser Mann. Hans Watzlik bezeichnete ihn später als den „wilden Eisengrein“. Seine gewaltige Statur verschaffte ihm Respekt - und zugleich wurde er von den Grafenauer Bauern geschätzt und gefürchtet.

Der Woidhausmich war aber nicht nur Viehhüter. Er galt auch als hervorragender Kegler, stieg gerne ins Tal hinunter, trank reichlich Bier und ging keiner Rauferei aus dem Weg. Sein eigentliches Reich lag jedoch oberhalb von Waldhäuser am Fuß des Lusen. Dort lebte er in einer einfachen hölzernen Behausung, umgeben von den damals noch wilden Wäldern.

Wölfe und Bären kamen den weidenden Tieren immer wieder gefährlich nahe. Wurde ein Stück Vieh gerissen, musste der Woidhausmich dies dem Magistrat in Grafenau melden und entsprechende Spuren vorlegen. Als sich solche Vorfälle jedoch häuften, wurden die Verantwortlichen misstrauisch.

Bei einer Kontrolle seiner Behausung fanden sie unter seinem Lager eine getrocknete Bärentatze. Der Verdacht lag nahe, dass der Woidhausmich damit selbst Spuren an Fleischstücken erzeugt hatte, wenn ihn der Hunger plagte.

Wie er überhaupt an die Tatze gekommen war, lässt die Geschichte offen - verweist aber auf seine legendäre Kraft. Selbst einen wilden Stier soll der Woidhausmich bei den Hörnern gepackt und so lange festgehalten haben, bis dieser lammfromm zu Boden sank.

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