Der Lusen mit seinem von mächtigen Felsblöcken bedeckten Gipfel gehört zu den markantesten Bergen des Bayerischen Waldes. Doch die gewaltigen Steine waren für die Menschen nicht einfach nur eine Laune der Landschaft. Zahlreiche Sagen versuchten zu erklären, wie dieser ungewöhnliche Gipfel entstanden sein könnte - und immer wieder spielte dabei der Teufel eine entscheidende Rolle.
Der fallende Stein
Eine Geschichte erzählt, dass der Leibhaftige durch die Lüfte ritt und auf einem riesigen Stein Platz nahm. Als die geweihten Glocken des Klosters St. Oswald zum Gebet läuteten, erschrak er derart, dass er den Stein fallen ließ. Auf dem Lusen zerbarst dieser in tausend Stücke und bedeckt seitdem den Gipfel.
Die Fuhre für Passau
Nach einer anderen Sage galt der Zorn des Teufels der Stadt Passau. Er wollte die Dreiflüssestadt überschwemmen und machte sich deshalb mit einer gewaltigen Ladung Steine auf den Weg zur Donau. Als er den Lusen erreichte, erklangen erneut die Glocken von St. Oswald. Ihr Klang beraubte ihn seiner bösen Kräfte. Der Teufel musste seine gesamte Fuhre über den Hängen des Lusen abwerfen und floh zurück in die Hölle.
Die Schätze der Welt
Eine weitere Überlieferung erzählt von den Schätzen der Welt, die der Teufel am Lusen zusammengetragen und unter immer neuen Felsblöcken verborgen haben soll. Schließlich entstand daraus der mächtige Berg. Der Teufel setzte sich darauf, um sich von seiner Arbeit auszuruhen - sein Schweif reichte dabei weit über die Wälder hinaus.
Seit 2005 besitzt der Herr vom Lusen auch bei den Koishüttler Lousnachtgeistern eine eigene Gestalt.
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