Die Wilde Jagd

Frau Perchta

Die Leuchtende und Glänzende mit zwei gegensätzlichen Gesichtern.

Frau Perchta

Die dunkle Winterszeit war seit jeher reich an Geistergeschichten und Heiligenverehrung. In diese Welt gehört auch Frau Perchta - eine zweigesichtige Gestalt, deren Überlieferung bereits im 13. Jahrhundert schriftlich belegt ist. Ihr Name "perahta" wird im Text mit "die Leuchtende und Glänzende" erklärt.

Das Besondere an Frau Perchta steckt bereits in ihrer Erscheinung. Sie besitzt zwei Gesichter und vereint damit zwei vollkommen gegensätzliche Seiten. Als Erdgöttin galt sie den Menschen als wohlgesonnen und brachte Leben. Als Totendämonin nahm sie dieses Leben wieder. Ihr schönes Sonnengesicht zeigte sich freundlich, ihre andere Seite dagegen als furchterregende Bertha: mit wirrem Haar, langer Adlernase und riesigen Zähnen. Mit ihrem "Patschfuß" stampfte sie schwer über den Boden, erschreckte die Bösen und sollte zugleich die Lebensgeister der Pflanzen und Wurzeln unter der Erde wecken.

Die Zwölfernächte

In den Zwölfernächten zwischen Weihnachten und Heilig Dreikönig zog Frau Perchta mit der Wilden Jagd umher. Besonders um den 6. Januar erwarteten die Menschen ihren Besuch auf den Höfen. Und niemand konnte wissen, welches ihrer beiden Gesichter sie zeigen würde.

Also wurde vorbereitet: Die Stuben wurden gefegt, die Böden geschrubbt und die Betten aufgeschüttelt. Speisen wurden aufgetischt, denn Mehlspeisen, Fischgerichte, Gemüse und Hafergrütze mochte Frau Perchta der Überlieferung nach besonders gern. Bei ihrem Besuch ging sie von Kammer zu Kammer und prüfte die Ordnung im Haus.

Belohnung und Strafe

War sie zufrieden, belohnte sie fleißige und freundliche Menschen mit Gaben. Fand sie dagegen Unordnung oder Faulheit, drohten schlaflose Nächte, Mahren und Pein. Gerade nach den faulen Spinnerinnen hielt sie Ausschau. So blieb Frau Perchta eine Gestalt, die gleichermaßen gefürchtet und verehrt wurde - freundlich und schrecklich, lebensspendend und todbringend zugleich.

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